Donnerstag, 16. Juli 2009
Schönes Beispiel einer Übersprungshandlung: statt zu meinem Körperertüchtigungskurs zu gehen, wozu ich bei der Hitze (oder eher Schwüle) nun so gar keine Lust habe, bringe ich meine Wohnung in Ordnung, wozu ich auch keine Lust habe, aber um den Sport zu vermeiden, ist mir gerade alles recht. Ich putze und räume hin und her und mache ordentlich. In dem Sinne hat mein Psychologiestudium doch etwas genutzt, kann ich mich doch mit der Übersprungsstrategie dazu bringen, ungeliebte Aufgaben endlich einmal zu erledigen. Das Schlimme dabei ist nur, dass ich trotz Psychologiestudium und somit der Kenntnis dieser Strategien auch noch Erfolg habe, wenn ich diese bei mir selber anwende. Und ich blödes Huhn fall immer auf mich rein.
alpinweiss - 16. Jul, 20:41
Dienstag, 14. Juli 2009
In den letzten Stunden hat mein Magen immer wieder laut nach Fleisch verlangt. Nun sitze ich hier, inzwischen schon gar nicht mehr hungrig, esse Thunfisch aus der Dose und selbst die sonst immer gierigen Raben stürzen sich nicht auf die angebotenen Reste.
Immerhin.
Da es nicht mehr März oder Juni ist und ich nicht im Schaukelstuhl auf meiner Veranda sitze und Thunfisch aus der Dose esse, als frühes Abendessen um fünf, ist die Szene nicht ganz so bemitleidenswert.
Darauf einen Prosecco.
alpinweiss - 14. Jul, 21:14
Sonntag, 12. Juli 2009
So allmählich hab ich genug davon, mit meinem Pferd nur spazieren und grasen gehen zu können. Oder 30 Minuten lang Runden in der Halle zu drehen, weil draußen das Wetter (hallo, Sommer? Dauerregen steht nicht in der Arbeitsplatzbeschreibung) zu schlecht ist. Außerdem wird der Bock unausstehlich, wenn er nur rumsteht, und frisst auch schon mal diese wahnsinnig teure Augenschutzmaske, die wir ihm beim letzten Entzündungsschub gekauft haben. Nur aus Langeweile. Wenn das so weitergeht, kommt das Tier doch noch in die Wurst.
alpinweiss - 12. Jul, 16:42
Donnerstag, 09. Juli 2009
Meine Stadt hat mindestens drei verschiedene Wetterzonen. Die mit dem najagehtso-Wetter rund um meine Wohnung, welches noch nicht soo schlecht ist, als dass ich mit dem Auto statt mit dem Rad fahre; dann die sechs Kilometer JetztkommtdieFlut/dasEndeistnah-Wetterzone, wobei ich mich immerhin noch darüber freue, dass der Regen warm ist und schließlich das Gebiet strahlenden Sonnenscheins an meinem Arbeitsplatz, so dass ich mir den ganzen Tag vom Bürofenster aus das schöne Wetter anschauen kann.
alpinweiss - 9. Jul, 10:41
Montag, 06. Juli 2009
Ich würde morgens um kurz nach sechs ausgeschlafen aus dem Bett springen und eine Runde durch mein Viertel spazieren. Es wäre keine gewöhnliche Runde und es wäre auch kein gewöhnlicher Tag, weil ich schon frühmorgens so betriebsam wäre, außerdem würde ich einen fuchsiafarbenen Tutu tragen. Ich würde in meinem Garten sitzen unterm Apfelbaum und die Außerirdischen aus der Geschichte zeichnen, die ich die Nacht davor geträumt habe, nur das ich an diesem Tag tatsächlich zeichnen könnte. Wenn es mir in den Kopf kommt, würde ich in meinem fuchsiafarbenen Tutu in den nächsten Gartenfachhandel radeln und ein paar Blumen für das Blumenbeet hinten am Ententeich kaufen. Nach getaner Pflanzarbeit gäbe es Kaffee und Kuchen für mich und meine Plüschtierfreunde, und alle würden meinen Schokoladenkuchen loben. Wenn sich meine Gäste verabschiedet haben, alle zufrieden angefüllt mit Schokolade und Sonnenschein, würde ich mich in die Hängematte zwischen den Kastanien legen und mein Buch über Andersens Reisen zu Ende lesen. Später würde ich Rollschuhlaufen und in meinem Tutu durch die Stadt tanzen, und niemand könnte mich aufhalten.
alpinweiss - 6. Jul, 16:51
Samstag, 04. Juli 2009
Wie kann jemand Ritter der Kokosnuss schauen und es nicht lustig finden? Und wie soll ich es bis zum Ende aller Zeiten mit jemandem aushalten, der nicht weiß, wie schnell eine afrikanische Schwalbe nach Süden fliegt?
Lieblingsfilme schauen mit einem Menschen, der einen komplett anderen Humor hat, kann 1. ein sehr anstrengender Abendvertreib sein und sich 2. zu einem Belastungstest für’s ganze Zusammenleben ausweiten. Im Nachhinein weiß man ja alles besser.
alpinweiss - 4. Jul, 22:05
Sonntag, 28. Juni 2009
Was macht man bei Regen in Zürich?
Man schaut sich minimalistische Ausstellungen an.
Fotografiert sich mangels interessanter Motive selbst auf dem roten Teppich.
Und dokumentiert die interaktive Kunst in der Porzellanabteilung.

alpinweiss - 28. Jun, 11:46
Montag, 08. Juni 2009
Mindestens vier Armbanduhren. Zähne. Schlaf. Gewicht. Den rechten Weg von Alcúdia nach Valldemossa. Zwei Paar Großeltern. Gepäck. Wetten. Den 2000-Meter-Lauf der Bundesjugendspiele. Meine Beherrschung. Meine Tugendhaftigkeit. Den Zahnstocher meines Schweizer Armeemessers. Die Hoffnung (zeitweise). Meinen Fahrradschlüssel. Das 'Freunde bleiben' Mixtape meiner ersten unglücklichen Liebe. Meinen Glauben. Freunde. Einen recht wertvollen Amethystring im Leutestopper einer Rolltreppe. Meinen Platz in der Warteschlange. Antrieb. Die nötige Würgereizunterdrückung, um Reality TV und Dokusoaps zu schauen. Quittungen. Meine Stimme (zeitweise). Das Rezept für Mongolisches Lamm. Telefonnummern. Adressen. Tassen aus meinem Schrank.
Meine Geduld.
alpinweiss - 8. Jun, 17:28